1. September 2019 Alexander Schütt

Wie Leptin deinen Fettstoffwechsel beeinflusst

Leptin ist ein sogenanntes Peptidhormon, welches 1994 entdeckt wurde. Es wird aus kleinsten Eiweißbestandteilen, sogenannten Aminosäuren, gebildet.

Die Hauptfunktion von Leptin ist das Hemmen von Hungergefühlen. Es wird vorrangig von Fettzellen gebildet. Je mehr Fettzellen vorhanden und je stärker diese gefüllt sind, desto höher ist der Leptinspiegel im Blut. Dies signalisiert dem Gehirn, dass genug Nahrung da ist und der Hunger wird im Schach gehalten.

Wirkungen von Leptin:

  • Hemmung von Hungergefühlen
  • Anregung der Thermogenese (Abgabe von Wärme durch Nahrung – „passiver Fettabbau“)
  • Anregung von Aktivität
  • Senkung des Blutzuckerspiegels (Es finden Forschungen zum Einsatz von Leptin als Ergänzung oder Ersatz von Insulin bei Diabetes statt)

Es kam die Frage auf, warum bei Übergewicht ein hoher vorhandener Leptinspiegel nicht dazu führt, dass der Hunger im Schach gehalten wird. Eine zusätzliche Gabe von Leptin über Spritzen hat keine Milderung der Hungergefühle gebracht.

Verschiedene Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass ab einem gewissen Punkt die Regionen im Gehirn resistent gegenüber dem Leptin werden. Das erklärt auch, weshalb eine weitere Gabe von Leptin keinen Einfluss auf den Hunger hat.

Inzwischen weiß man, dass eine stark kohlenhydratlastige Ernährung, gepaart mit der Aufnahme von gesättigten Fettsäuren diese Resistenz verursacht.

Die genauen Ursachen und die Zusammenhänge der Resistenz sind noch nicht abschließend geklärt. Vermutet wird aber, dass der Übergang von Leptin an der Blut-Hirn-Schranke gestört wird.

Das Problem bei der Leptinresistenz ist, dass das Gehirn denkt, dein Körper würde sich in einem Nahrungsmangelzustand befinden. Demnach werden die gegenteiligen Maßnahmen vom Körper ergriffen:

  • Fördern von Hungergefühlen
  • Senkung der Körpertemperatur, um Energie zu sparen
  • Hemmung von Bewegungsmotivation
  • Anhebung des Blutzuckerspiegels

Also es passiert genau das Gegenteil von dem, was eigentlich vom Organismus mal geplant war.

Eine Leptinresistenz lässt sich aber relativ leicht durch die Umstellung der Ernährung erreichen, indem nur langsam verdauliche Kohlenhydrate und Lebensmittel ohne gesättigte Fettsäuren konsumiert werden.

Leptin bei der Gewichtsreduktion

In der Gewichtsreduktion ohne Leptinresistenz bringt dieses Hormon aber die Herausforderung mit sich, dass durch den sinkenden Leptinspiegel der Hunger angeregt und der Energieverbrauch reduziert wird. Das erklärt, weshalb eine Gewichtsabnahme häufig ab einem gewissen Punkt stagniert.

Während einer Reduktionsphase lässt sich der Leptinspiegel durch sogenannte „Ladetage“ oder auch „Cheat-Days“ wieder steigern. Das propagiere ich sowieso, um die Moral während einer Diät hoch zu halten. Außerdem lässt sich durch Ausdauersport die Empfindlichkeit der Leptinrezeptoren im Körper hoch halten.

Fazit

Eine Leptinresistenz tritt erst bei stärkeren Formen von Übergewicht auf. Also falls dein BMI über 30 liegt, solltest du versuchen, Fertigbackwaren oder fettige Tiefkühlgerichte zu vermeiden, denn diese enthalten häufig schnelle Kohlenhydrate und gesättigte Fettsäuren. Auch bei der Auswahl von Wurstwaren solltest du auf die fettarmen Varianten achten. Zusammen mit einem Ausdauertraining kannst du deine Leptinresistenz so in den Griff bekommen.

Wenn dein BMI unter 30 liegt und du abnehmen möchtest, solltest du darauf achten, deinen Leptinspiegel durch Ladetage immer wieder zu erhöhen. So bleibt dein passiver Fettabbau oben und du leidest nicht unter Hungergefühlen. An den Ladetagen solltest du nicht maßlos schlemmen. Vielmehr ist es wichtig, einfach kohlenhydratbetont zu essen und gleichzeitig an diesen Tagen möglichst auf Fette zu verzichten.