Motivation

Warum kann ich mich nicht zum Sport motivieren

  • date
  • 24. Juni 2014

Wie bleibt uns Motivation erhalten?

Motivation hat jeder Mal. Und häufig hört sie bereits am 14. Januar wieder auf.

Was passiert eigentlich in uns, wenn wir unsere guten Vorsätze, egal ob im Januar oder irgendwann im Jahr vorgenommen, wieder fallen lassen?

In der Verhaltenspsychologie gibt es verschiedene Modelle der Verhaltensänderung. Auch dem Laien helfen diese Modelle, das ganze besser zu verstehen.

Zwei Formen der Motivation

Im Rubikonmodell der Handlungsphasen unterscheidet man zum Beispiel die Motivation von der Volition. Voli-was? :-)
Ja genau: Die Motivation beeinflusst dabei lediglich die Zielsetzung.

Warum will ich abnehmen?
Weshalb will ich regelmäßig Sport treiben?
Warum will ich mit dem Rauchen aufhören?

Die Volition ist eher die treibende Kraft, die uns auf dem Weg hält.
Oder ganz einfach: Motivation hat jeder, aber bei der Volition haben die meisten Menschen Probleme, wenn es dann wieder heißt: “Ach, eine Tafel Schokolade wird mich schon nicht umbringen!”

Während wir in der Motivationsphase Bäume ausreißen können und uns keine Versuchung verführen kann, sieht es zwei Tage später oft schon ganz anders aus. Während der Volitionsphase unterliegen wir dem Stress des Alltags mit seinen ganzen süßen Versuchungen.

Hier wägen wir Kosten und Nutzen gegeneinander auf. Ist uns das Ziel nun doch so wichtig? Genau deswegen sage ich immer, dass man sich nicht zu vorsichtige Ziele setzen sollte. Wenn das Ziel so klein ist, dass es sich nicht lohnt, dass man sich dafür den “Allerwertesten” aufreißt, dann bleibt man auch nicht länger als ein paar Tage am Ball.

Wenn man aber vom Arzt gesagt bekommt: “Ab heute so, sonst 3 Jahre und dann geht’s in die Holzkiste!”, dann funktioniert es auf einmal doch (in den meisten Fällen).

Ego-Erschöpung killt die Motivation abzunehmen und Sport zu treiben

Aber was macht es uns im Alltag so schwer? Hierbei hilft uns das Ego-Depletion-Modell. In diesem Modell geht es, wie der Begriff schon sagt, um die “Ego-Erschöpfung”. Das soll heißen, dass wir nach Verbrauch einer bestimmten Ressource einfach nicht mehr Herr über unser Selbst sind.

Diese Ressource wird Willenskraft genannt.

Sie ist universell für alle Dinge, die wir machen müssen erforderlich. Egal ob wir unseren Impuls unterdrücken müssen, unserem Vorgesetzten die Meinung zu geigen oder ob wir dem Süßigkeitenregal im Supermarkt widerstehen müssen. Auch wenn wir uns dazu überwinden müssen, Sport zu treiben oder eine Steuererklärung machen zu müssen. Für alle unangenehmen Aufgaben müssen wir diese Willenskraft aufbrauchen.

Wenn diese Willenskraft nun schon um 14:00 Uhr erschöpft ist, weil wir einen echt miesen Vorgesetzen haben, dann wird es mit der Volition am Rest des Tages nichts mehr. Kein Sport mehr und im Supermarkt wird wieder das gekauft, was NICHT auf dem Einkaufszettel stand.

Fazit: Passt auf eure Willenskraft auf, damit ihr euch selbst immer unter Kontrolle habt. Denn glückliche und erfolgreiche Menschen (das das darf jeder für sich selbst definieren), tun Dinge, die sie tun wollen und nicht das, was sie ständig in Versuchung führt. Das kurzfristige Glück schließt oft das langfristige Glück aus.

Am besten funktioniert das mit der Willenskraft, wenn man die Dinge eliminiert, oder wenn es nicht anders geht, portioniert, sodass am Nachmittag noch genug Willenskraft übrig bleibt. Auch das Bilden von Routinen hilft, da wir hierfür keine Willenskraft mehr benötigen. Zähneputzen macht auch jeder, auch wenn ich niemanden kenne, der es als Hobby definieren würde.

Übrigens hängt die Willenskraft mit dem Blutzuckerspiegel zusammen. Wer also ein Mal mit dem Blutzuckerschwankungen durch Süßigkeiten beginnt, hat kaum noch eine Chance, dies bis zum Abend wieder in Ordnung zu bringen. Dazu mehr in einem weiteren Beitrag.