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Warum die Waage beim Abnehmen ein schlechter Begleiter ist

  • date
  • 26. Juni 2014

Warum die Waage beim Abnehmen ein schlechter Begleiter ist.

Waage
Die Waage als Erfolgsmesser beim Abnehmen solltest du vergessen. Sie wird dich nur demotivieren und ausbremsen.

Möchtest du abnehmen, dann wirst du sicherlich deinen Körperfettanteil reduzieren wollen. Der Begriff “Abnehmen” impliziert immer, dass man unbedingt das Körpergewicht reduzieren müsste. Häufig ist dies auch nötig und sinnvoll.

Wenn du dich aber über eine lange Zeit ungesund ernährt und kaum bewegt hast, dann hat sich dein Körper natürlich dementsprechend angepasst. Änderst du jetzt dein Verhalten, indem du dich mehr bewegst, vielleicht sogar trainierst, dann wirst du auch schnell ein bis zwei Kilo zunehmen. Das liegt daran, dass deine Muskulatur vermehrt Energie in Form von Glykogen einlagert. Dieses Glykogen bindet wiederum fast 3x so viel Wasser, sodass du deutlich schwerer wirst.

Hast du gleichzeitig deine Ernährung umgestellt, dann wirst du sicherlich Fett verlieren. Diesen Verlust wirst du aber auf der Waage nicht erkennen können, da du ja in den ersten Wochen den Fettverlust durch Wassereinlagerungen kompensierst.

Fotos machen

Wenn du deinen Abnehmerfolg wirklich gut dokumentieren möchtest, dann solltest du dir eine Stelle suchen, wo du dich ohne Oberbekleidung fotografierst. Fotografiere dich immer mit den gleichen Lichtverhältnissen ohne deine Muskeln anzuspannen und ohne den Bauch einzuziehen. Wenn du alle zwei Wochen ein Foto von dir machst, dann kannst du nach drei Monaten eine tolle Entwicklung erkennen. Ich gebe diesen Tipp auch allen Kunden im Personal Training. Die, die es nicht machen, bereuen es häufig nach ein paar Monaten, weil sie gerne den Unterschied sehen würden. Da wir uns nämlich jeden Morgen im Bad sehen, merken wir gar nicht, wie groß der Unterschied ist.

Umfänge messen

Der Bauch- und Hüftumfang lügt nicht! Achte hierbei darauf, dass du immer unter den selben Bedinungen und an den selben Stellen misst. Die häufigsten Fehler sind:

  • Eingezogener Bauch: Du solltest deinen Bauch immer entspannt lassen.
  • Unterschiedliche Tageszeiten: Wenn du abends misst, hast du mehr im Verdauungstrakt und bist umfangreicher als morgens.
  • Falsche Wiederholungsmessungen: Du solltest dir die Stellen genau merken, wo du misst. Am einfachsten ist es, wenn du die Taille an der schmalsten Stelle oder auf Bauchnabelhöhe misst.

Körperfettanalyse

Am genausten kannst du die Abnahme an Körperfett mit einer Körperfettanalyse beobachten. Jedoch sind die meisten Haushaltswaagen dafür ungeeignet. Manche Waagen arbeiten lediglich mit einem Algorithmus, der den Körperfettanteil aus Körpergröße, Alter, Geschlecht und Gewicht berechnet.

Am genauesten ist das sogenannte Hydrostatische Wiegen. Dabei wird der Auftrieb deines Körpers im Wasser gemessen. Diese Methode ist sehr teuer und nicht überall verfügbar, weil sie sehr aufwendig ist.

Die nächstbesten und praktikablen Methoden sind die Bio-Impedanz-Analyse, Nah-Infrarotspektrografie und die Messung mittels Ultraschall. Ich arbeite im Personal Training mit der Nah-Infrarotspektrografie, weil sie sehr zuverlässig ist.

Die Bio-Impedanz-Analyse hat den Nachteil, dass auch hier die Tageszeit unterschiedliche Ergebnisse liefert. Das liegt daran, dass unser Wasserhaushalt über den Tag schwankt und somit auch der Strom, mit dem der Körperfettanteil gemessen wird, unterschiedlich gut geleitet wird.

Der Nachteil an diesen drei Methoden ist der Anschaffungspreis, der im unteren bis mittleren vierstelligen Bereich liegt. Deswegen ist es sinnvoller, wenn man für solche Messungen einen Arzt oder Personal Trainer aufsucht.