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Gute Vorsätze radikal oder schrittweise angehen?

  • date
  • 6. Januar 2017

Gute Vorsätze - Motivation TreppeEs ist wieder Januar und Zeit für gute Vorsätze. Alle Jahre wieder nimmt man sich vor, etwas an seinem Verhalten zu verändern. Ob Du nun Deine guten Vorsätze radikal oder in kleinen Schritten umsetzen solltest, verraten wir Dir in diesem Artikel. Wir gehen auf die Vor- und Nachteile der jeweiligen Herangehensweise ein. Nur so viel dazu: Es gibt kein falsch oder richtig! ;-)

Gute Vorsätze radikal umsetzen

Die radikale Verhaltensänderung zeichnet sich dadurch aus, dass Du von einen Tag auf den anderen quasi alles, was Du vorher nicht so optimal gemacht hast, ab dann richtig machen willst. Nehmen wir mal als Beispiel den Vorsatz “Abnehmen”.

Du hast vorher zu viel Süßigkeiten, Fast Food und zu wenig Gemüse gegessen. Mit Fitness hattest Du auch nur zu tun, wenn Du auf Deinen Kontoauszügen die Abbuchung Deiner Fördermitgliedschaft Deines Fitnessstudios gesehen hast.

Du möchtest ab sofort auf Süßigkeiten und sämtliche ungesunden Lebensmittel verzichten. Und auch das Fitnessstudio willst Du ab jetzt nicht mehr nur subventionieren, sondern drei Mal pro Woche nutzen.

Der Vorteil der radikalen Methode

Du wirst, vorausgesetzt Du hältst das Ganze mindestens drei Monate durch, sehr große Erfolge erzielen.

Nachteile für gute Vorsätze

Der Nachteil an diesem Weg ist, dass die wenigsten lange genug bei der Stange bleiben und irgendwann abbrechen. Motivation ist eine Fähigkeit, die durch die Ressource Willenskraft versorgt wird. Wenn der Alltag Dich einholt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Du Deine neuen Verhaltensweisen aufgibst, weil Du irgendwann keine Kraft mehr hast. Das ist das gleiche, wenn Du Dir abends vornimmst, morgen nach der Arbeit zum Sport zu gehen. Aber nach der Arbeit schaffst Du es dann doch nicht mehr und im schlimmsten Falle “belohnst” Du Dich dann auch noch mit Fast Food für den anstrengenden Arbeitstag. In dem Moment hast Du auf Deiner Arbeit Deine Willenskraft verbraucht.

Für wen eignet sich die radikale Methode

Die radikale Methode hat eigentlich nur eine Chance auf Erfolg, wenn man vorher ein einschneidendes Erlebnis hat. Für manche ist es irgendeine Krankheit oder der Tod einer nahe stehenden Person. Sie funktioniert häufig dann, wenn der “Schmerz” groß genug ist.
Befürworter dieser Methode behaupten oft, dass Dein Ziel so groß sein müsse, damit Du nicht beim ersten kleinen Problem aufgibst. Das ist zum Teil auch richtig. Du solltest nie den Grund vergessen, warum Du Dein Verhalten ändern möchtest. Aber Deinen Fortschritt solltest Du nicht täglich oder wöchentlich mit dem Zielzustand vergleichen. Jeder, der sich täglich auf die Waage stellt, kennt das ;-)

Gute Vorsätze mit der Häppchen-Methode

Die Verhaltensänderung in kleinen Schritten funktioniert, indem Du Dir wöchentlich kleine Änderungen vornimmst. Wenn wir unser Beispiel von oben wieder aufgreifen, suchst Du Dir die nötigen Veränderungen heraus, die vermutlich den größten Einfluss auf das Abnehmen haben. Also würde es beispielsweise für die erste Woche Sinn machen, auf Zucker zu verzichten.

Das wird auch schon herausfordernd genug sein, aber nur in vielleicht zwei bis drei Situationen pro Tag. Du musst also nur zwei bis drei Mal bewusst auf alte Routinen verzichten und Dein Verhalten regulieren. Du verbrauchst deutlich weniger Willenskraft beziehungsweise wird Dein innerer Schweinehund nicht merken, dass da überhaupt etwas im Gange ist.

In der darauf folgenden Woche gehst Du dann drei Mal für nur 30 Minuten ins Fitnessstudio. Ja, nur 30 Minuten! Vorher warst Du pro Woche 0 Minuten aktiv. Von 0 auf 90 Minuten reicht doch erst mal. Stell Dir mal vor, was Du erreichst, wenn Du den Rest des Jahres auf Zucker verzichtest und 90 mal so viel Sport machst wie vorher?!

Der Vorteil der Häppchen-Methode

Vorteilhaft an dieser Methode ist, dass die kleinen Änderungen für sich kaum eine Anstrengung darstellen. Der Grund, warum Du Verhaltensänderungen immer wieder aufgibst ist der, dass Du zu viel willst und der innere Schweinehund Dich sehr schnell daran erinnert, wie gemütlich doch vorher alles war ;-)

Wenn Du Dir für zwölf Wochen lang verschiedene Änderungen vornimmst und davon nachher sechs hängen bleiben, dann wirst Du langfristig Dein Ziel auch erreichen.

Der Nachteil dieser Methode

Wenn Du auf diesem Wege versuchst, Deine Ziele zu erreichen, dann dauert es wahrscheinlich länger. Aber auch nur, wenn Du erfolgreich mit der radikalen Methode am Ball bleibst.

Außerdem ist die Gefahr größer, dass Du das große Ziel vergisst. Deswegen ist es wichtig, dass Du Dir Hilfen schaffst, die Dich an Dein Vorhaben erinnern. Zum Beispiel ein Foto von Dir zu besseren Zeiten an den Kühlschrank hängen. Oder eine zu enge Hose jede Woche anprobieren.

Für wen eignet sich diese Methode

Dieses Methode eignet sich hervorragend für Menschen, die im Alltag viel zu tun haben. Wichtig ist aber bei dieser Methode, dass man das große Ganze nicht aus dem Auge verliert.

Fazit

Wenn Du mal zurückdenkst, wie Du bisher Deine guten Vorsätze erfolgreich verändert hast und was nicht funktioniert hat, dann merkst Du auch schnell, welche Methode für Dich besser geeignet ist. Wir arbeiten grundsätzlich in unserem 12 Wochen Coaching mit kleinen Schritten, außer jemand bringt einen “Schmerz” mit, der tatsächlich groß genug ist.